Herzogspital Madonna, vermutl. 18. Jh., Süddeutschland

Objekt Holzskulptur, polychrom gefasst Darstellung Herzog-Spitalmadonna Ikonografie Die Herzog-Spitalmadonna ist ein Gnadenbild, welches nach seinem Aufstellungsort der Herzogspitalkirche zu München benannt wurde.
Die Mariendarstellung eint verschiedene Darstellungen aus dem Leben Mariens (Simultandarstellungen): devote Händehaltung aus Maria Verkündigung, mit Sternenkranz als Immaculata, mit rotem Gewand und blauem Mantel mit Krone als Himmelskönigin und zuletzt mit Schwert und Tränentüchlein in der Hand als Mater dolorosa. der Gesichtsausdruck der in der Barockzeit entstandenen Darstellung ist nicht schmerzverzehrt, so wie in der Spätgotik, sondern ist in sich gekehrt und ruhig.
Material vermutl. Lindenholz, polychrom gefasst Technik vermutl. Temperamalerei, auf weißem Kreidegrund Maße (max. H/B/T): 23,0 cm x 15,0 cm x 7,0 cm Werkstatt unbekannt, vermutl. Süddeutschl. Datierung vermutl. 18. Jh. Eigentümer Privatbesitz Auftraggeber Privat Bearbeitungs- Zeitraum Januar - Februar 2015 Anlass und Ziel der Maßnahmen Konservierung und Restaurierung der oben aufgeführten kleinen Herzog-Spitalmadonna. Es sind zahlreiche kleine Fehlstellen vorhanden, die gefestigt und geschlossen werden sollen. Ihrem Topos entsprechend hatte die Herzog-Spitalmadonna eine übergroße böhmische Bügelkrone, die mit einem Dübel befestigt wurde (Loch vorhanden). Diese soll einem adäquaten Vorbild entsprechend ergänzt werden. Die Ist-Fassung entspricht der 2. Fassung aus dem 19. Jh. - Historismus. Weitere Untersuchungen zur Erstfassung sind nicht gewünscht. Der linke Schuh wurde bei einem früheren Eingriff unsachgemäß angeleimt, der rechte Schuh fehlt gänzlich. Dieser fehlende Schuh soll ergänzt werden. Die rechte Hand wurde bei einem früheren Eingriff ergänzt, diese ist locker und soll fixiert werden. Eine Einkerbung für ein Schwert konnte nicht festgestellt werden (möglicherweise durch die Überfassung nicht erkennbar). Ein fehlendes Schweißtuch soll auf Wunsch nicht ergänzt werden. Durchgeführte Maßnahmen: Festigung der früher ergänzten Hand und des neu ergänzten wie auch lockeren Schuhes durch kleine Holzdübel mit Knochenleim Fassungsfestigung von gelockerten Fabschichten Reinigung von Fassung und Holzträger Schließen von Fehlstellen mit (warm aufgetragenem) Kreidegrund. Anschließendes Nivellieren mit Skalpell. Retusche von Fehlstellen mit Gouache Farbe (Fa. Schmincke). Fehlende Goldpartien am Bordürensaum wurden mit Blattgold auf Gelatine ergänzt. Auftrag eines Schutzfirnisses aus Naturharz (Dammar).
Abb. 1: Gesamtaufnahme, Vorderansicht der Herzog-Spitalmadonna, vor der Restaurierung.
Abb. 2: Gesamtaufnahme, rechte Seitenansicht der Herzog-Spitalmadonna, vor der Restaurierung.
Abb. 3: Gesamtaufnahme, linke Seitenansicht der Herzog-Spitalmadonna, vor der Restaurierung.
Abb. 4: Gesamtaufnahme, Rückansicht der Herzog-Spitalmadonna, vor der Restaurierung.
Abb. 5: Gesamtaufnahme, Vorderansicht der Herzog-Spitalmadonna, während der Restaurierung.
Abb. 6: Gesamtaufnahme, Vorderansicht der Herzog-Spitalmadonna, nach der Restaurierung.
Abb. 7: Gesamtaufnahme, rechte Seitenansicht der Herzog-Spitalmadonna, nach der Restaurierung.
Abb. 8: Gesamtaufnahme, linke Seitenansicht der Herzog-Spitalmadonna, nach der Restaurierung.
Abb. 9: Gesamtaufnahme, Rückseitenansicht der Herzog-Spitalmadonna, nach der Restaurierung.
Abb. 10: Abbild eines Stiches zur Herzog-Spital Madonna zu München aus dem Pietas Bavarica von Gerhard P. Voeckel, 1992, S. 512