Tabernakel, 18. Jh., Süddeutschland

Objekt Tabernakell, polychrom gefasst Material Holzkasten aus Nadelholz, Profilleisten aus Nadel- und Buchenholz, polychrom gefasst Technik vermutl. Temperamalerei auf überwiegend bläulich eingefärbter Grundierung, partiell versilbert mit "Goldlack" Maße ohne unterer Abschluss (fehlt)
(max. H/B/T): 58,0 cm x 41,5 cm x 25,0 cm
Werkstatt unbekannt Datierung vermutl. 18. Jh. Eigentümer Stiftung Lukas Kern Waisenhaus Auftraggeber Stiftung Lukas Kern Waisenhaus, vertreten durch das Hochbauamt der Stadt Passau Bearbeitungs- Zeitraum Feb. - Juni 2017 Anlass und Ziel der Maßnahmen Durch das Hochwasser im Juni 2013 lag der Tabernakel in seinen Einzelteilen vor. Es sollten lediglich konservierende Maßnahmen durchgeführt werden. Aufgrund von Voruntersuchungen wurde eine mind. zweifache Übermalung festgestellt. Aufgrund der hochwertigen Erstfassung, die in weiten Teilen vorhanden war, wurde von der Autorin zur Freilegung dieser geraten. Die Freilegung wurde von Dr. Thomas Kupferschmied (Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege, Referatsleiter für Lkr. Passau) durch Hrn. Hutterer (Hochbauamt Stadt Passau) genehmigt. Durchgeführte Maßnahmen: Festigung der Holzkonstruktion mit Knochenleim Fassungsfestigung mit Hautleim (Glutinleim) Freilegung der Erstfassung mit Skalpell Reinigung der Fassung und der Beschläge sowie des Eisenschlosses Grundierung sowie Nivellieren von Fehlstellen Retusche der grundierten Fehlstellen / Rekonstruktion von ergänzten Teilen Auftrag eines Schutzfirnisses aus Naturharz
Abb. 1: Detailaufnahme, Vorderansicht des Tabernakelkastens, Zustand vor der Restaurierung. Der Tabernakel liegt in Einzelteilen vor. Die Istfassung stammt aus dem 20. Jh. (um 1930).
Abb. 2: Detailaufnahme, rechte Seitenansicht des Tabernakelkastens mit Istfassung vor der Restaurierung.
Abb. 3: Detailaufnahme, Rückseitenansicht mit fehlenden Rückseitenbrettern, Zustand vor der Restaurierung.
Abb. 4: Detailaufnahme, Tabernakeltür. Die Türfüllung, eine Applikation aus Karton in Form von einem Kelch, ist abgefallen.
Abb. 5: Detailaufnahme, abgefallene Kartonapplikation auf der Türfüllung in Form eines Kelches. Interessant ist der Blick auf die Rückseite der Applikation, die Zeichnungen mit einem Graphitstift preisgeben - das Stück wurde offensichtlich von seiner ursprünglichen Funktion als Zeichenkarton zum "Applikationsträger" zweckentfremdet.
Abb. 6: Detailaufnahme, als Einzelteil vorliegende Profilleiste, nach der Anfertigung eines Freilegungsfensters. Zu sehen ist die Ist-Fassung (III), die erste Übermalung (II) und die Originalfassung (Ib) mit farbiger Grundierung (Ia). Die freizulegende Originalfassung ist eine rötliche Marmorierung vermutl. aus dem 18. Jh.
Abb. 7: Detailaufnahme, als Einzelteil vorliegende weitere Profilleiste, nach der Erstellung eines Freilegungsfensters. Zu sehen sind die Istfassung (III), die erste Übermalung (II) und die Originalfassung (I). Die freizulegende Originalfassung ist eine grünliche Marmorierung vermutl. aus dem 18. Jh.
Abb. 8: Detailaufnahme, eine weitere als Einzelteil vorliegende Profilleiste, nach dem Anlegen eines Freilegungsfensters. Zu sehen sind Istfassung (III), erste Übermalung (II) und Originalfassung (I). Die freizulegende Originalfassung ist eine bläulich-gräuliche Marmorierung, vermutl. aus dem 18. Jh.
Abb. 9: Detailaufnahme, als Einzelteile vorliegende Profilleisten, nach der Festigung und Freilegung wie auch Holzergänzung. Zustand vor der Retusche bzw. Rekonstruktion von ergänzten Teilbereichen.
Abb. 10: Detailaufnahme, linke Seitenansicht des Tabernakelkastens nach der Festigung und der Freilegung der Originalfassung sowie der Kittung von Fehlstellen mit bläulich eingefärbter Grundierung. Zustand vor der Retusche.
Abb. 11: Detailaufnahme, rechte Seitenansicht nach der Festigung und Freilegung der Originalfassung sowie der Kittung von Fehlstellen mit bläulich eingefärbter Grundierung. Zustand vor der Retusche.
Abb. 12: Gesamtaufnahme, Tabernakel nach der Zusammensetzung von abgefallenen Profilleisten und ergänzten Bestandteilen. Zustand nach der Kittung und Grundierung mit eingefärbtem Kreidegrund, vor der Retusche und Rekonstruktion.
Abb. 13: Detailaufnahme, Tabernakel ohne Tür im Endzustand nach der Retusche und dem Auftrag eines Schutzfirnisses. Da ein Tabernakel in der Liturgie als Aufbewahrungsort für das "Heiligste", dem Kelch mit Wein, Verwendung findet, sollte er aus dem Inneren heraus strahlen. Deshalb war es naheliegend, den Innenbereich, nach der Entfernung von späteren Fassungen, in einem "goldenen" Ton zu fassen. Ursprünglich zeigen Befestigungsspuren, dass das Innere mit Stoff ausgekleidet war.
Abb. 14: Gesamtaufnahme, Vorderansicht des Tabernakels nach der Restaurierung.
Abb. 15: Gesamtaufnahme, rechte Seitenansicht des Tabernakels nach der Restaurierung.
Abb. 16: Gesamtaufnahme, linke Seitenansicht des Tabernakels nach der Restaurierung.
Abb. 17: Gesamtaufnahme, Rückseitenansicht des Tabernakels nach der Restaurierung.