Gefasste Skulpturen

Schmerzensmann, um 1480, Meister des Schongauer Altärchens zugeschrieben

Abb. 1: Gesamtaufnahme, Vorderansicht der Ebärm Dich Christus Figur, vor der Retusche.
Objekt Holzskulptur, polychrom gefasstDarstellung Schmerzensmann, eine sogenannte Ebärmdechristus FigurIkonografie Der Schmerzensmann (auch: Imago pietatis, Erbärmdebild, Mann der Schmerzen, Bild des Mitleids, Miserikordienbild oder leidender Christus) ist ein Andachtsbild, das den leidenden Jesus Christus mit sämtlichen Kreuzigungswunden (Verletzungen durch die Kreuznägel) und der Seitenwunde (Lanzenstichwunde), aber lebend und nicht am Kreuz darstellt. Erbärmdechristus, der gleichfalls sehr gebräuchliche Name für diese Christus-Darstellung, leitet sich davon ab, dass Jesus in seiner Not gleichsam um Erbarmen zu flehen scheint. Der leidende Ausdruck impliziert, dass es sich um eine Darstellung vor der Auferstehung handelt. Die abendländische Kunst kennt in der Spätgotik verschiedene Ausführungen des Schmerzensmann-Typs. Die Arme können verschränkt sein oder mit dem Zeigegestus, wie hier, auf die Seitenwunde weisen, doch stets hat die Figur noch ihre Dornenkrone auf, aus den Wunden strömt das Blut heraus. Manchmal hält Jesus einen Kelch, um das aus der Seitenwunde fließende Blut aufzufangen. (Quelle: Das Grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann). Später im Barock etwa hat die Darstellung keine Dornenkrone mehr auf und wird nur mehr mit kleinen Wunden dargestellt.Material Lindenholz, polychrom gefasstTechnik Temperafassung, auf weißem KreidegrundMasse (max. Höhe): 145 cmWerkstatt Meister des Schongauer-Altärchens (Zuschreibung Albrecht Miller: "Der Meister des Schongauer-Altärchens in Ulm und Passau". In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 63 (2009), S. 138 - 198.)Datierung um 1480Eigentumer Pfarrkirche St. Martin, DeggendorfAuftraggeber Mitarbeit unter der Leitung von Restaurator Rainer MachtAnlass Zahlreiche Fehlstellen wie auch verputzte Fassungsbereiche sollten durch Retusche farblich wieder in die Umgebung integriert werden.
Durchgeführte Maßnahmen:Retusche mit Gouache FarbenAuf Wunsch des Auftraggebers: kein Auftrag eines Schutzfirnisses, die Oberfläche wurde lediglich frotiert.
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Herzogspital Madonna, vermutl. 18. Jh., Süddeutschland

Abb. 1: Gesamtaufnahme, Vorderansicht der Herzog-Spitalmadonna, vor der Restaurierung.
Objekt Holzskulptur, polychrom gefasstDarstellung Herzog-SpitalmadonnaIkonografie Die Herzog-Spitalmadonna ist ein Gnadenbild, welches nach seinem Aufstellungsort der Herzogspitalkirche zu München benannt wurde. Die Mariendarstellung eint verschiedene Darstellungen aus dem Leben Mariens (Simultandarstellungen): devote Händehaltung aus Maria Verkündigung, mit Sternenkranz als Immaculata, mit rotem Gewand und blauem Mantel mit Krone als Himmelskönigin und zuletzt mit Schwert und Tränentüchlein in der Hand als Mater dolorosa. der Gesichtsausdruck der in der Barockzeit entstandenen Darstellung ist nicht schmerzverzehrt, so wie in der Spätgotik, sondern ist in sich gekehrt und ruhig.Material vermutl. Lindenholz, polychrom gefasstTechnik vermutl. Temperamalerei, auf weißem KreidegrundMasse (max. H/B/T): 23,0 cm x 15,0 cm x 7,0 cmWerkstatt unbekannt, vermutl. Süddeutschl.Datierung vermutl. 18. Jh.Eigentumer PrivatbesitzAuftraggeber PrivatBearbeitungszeitraum Januar - Februar 2015Anlass Konservierung und Restaurierung der oben aufgeführten kleinen Herzog-Spitalmadonna. Es sind zahlreiche kleine Fehlstellen vorhanden, die gefestigt und geschlossen werden sollen. Ihrem Topos entsprechend hatte die Herzog-Spitalmadonna eine übergroße böhmische Bügelkrone, die mit einem Dübel befestigt wurde (Loch vorhanden). Diese soll einem adäquaten Vorbild entsprechend ergänzt werden. Die Ist-Fassung entspricht der 2. Fassung aus dem 19. Jh. - Historismus. Weitere Untersuchungen zur Erstfassung sind nicht gewünscht. Der linke Schuh wurde bei einem früheren Eingriff unsachgemäß angeleimt, der rechte Schuh fehlt gänzlich. Dieser fehlende Schuh soll ergänzt werden. Die rechte Hand wurde bei einem früheren Eingriff ergänzt, diese ist locker und soll fixiert werden. Eine Einkerbung für ein Schwert konnte nicht festgestellt werden (möglicherweise durch die Überfassung nicht erkennbar). Ein fehlendes Schweißtuch soll auf Wunsch nicht ergänzt werden.
Durchgeführte Maßnahmen:Festigung der früher ergänzten Hand und des neu ergänzten wie auch lockeren Schuhes durch kleine Holzdübel mit KnochenleimFassungsfestigung von gelockerten FabschichtenReinigung von Fassung und HolzträgerSchließen von Fehlstellen mit (warm aufgetragenem) Kreidegrund. Anschließendes Nivellieren mit Skalpell.Retusche von Fehlstellen mit Gouache Farbe (Fa. Schmincke). Fehlende Goldpartien am Bordürensaum wurden mit Blattgold auf Gelatine ergänzt.Auftrag eines Schutzfirnisses aus Naturharz (Dammar).
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Kleine Pietá, vermutl. 19. Jh., Süddeutschland

Abb. 1: Gesamtaufnahme der kleinen Pieta, schräg rechte Seitenansicht, vor der Restaurierung.
Objekt Holzskulptur, polychrom gefasstDarstellung Pieta (auch Vesperbild genannt). Maria als Mater Dolorosa (Schmerzensmutter) sitzend, mit dem Leichnam Jesu Christi - am Schoß - dargestellt.Material vermutl. Lindenholz, polychrom gefasstTechnik vermutl. Temperamalerei, auf weißem KreidegrundMasse (max. H/B/T): 15,0 cm x 14,0 cm x 9,0 cmWerkstatt unbekannt, vermutl. Süddeutschl.Datierung vermutl. 19. Jh.Eigentumer PrivatbesitzAuftraggeber PrivatBearbeitungszeitraum Januar - Februar 2015Anlass Konservierung und Restaurierung der oben aufgeführten kleinen Pieta. Es sind zahlreiche kleine Fehlstellen vorhanden, die auf Wunsch des Auftraggebers nur durch Retusche zu schließen sind.
Durchgeführte Maßnahmen:Festigung der schollenartig wegstehenden FassungReinigung der Fassung und des HolzträgersRetusche von Fehlstellen und weißem Kreidegrund ohne FassungAuftrag eines Schutzfirnisses aus Naturharz (Dammar)
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